KOK-Ausstellung

Anlässlich des Europäischen Tages gegen Menschenhandel (18. Oktober) präsentierte die Zentrale Koordinierungs- und Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel (KOBRA) vom 5. bis 13. Oktober 2015 in den Räumlichkeiten des Landgerichts Hannover die Ausstellung „Menschenhandel - Situation, Rechte und Unterstützung in Deutschland“, die vom Bundesweiten Koordinierungskreis gegen Menschenhandel - KOK e.V. entwickelt und zur Verfügung gestellt worden war.

Die Ausstellung kann beim KOK e.V. entliehen werden. Details zu den Ausleihmodalitäten, Inhalten usw. befinden sich hier.

Die feierliche Auftaktveranstaltung mit Grußworten der Niedersächsischen Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz, des Präsidenten des Landgerichts Hannover Dr. Ralph Guise-Rübe und des Vorstandsmitgliedes des Phoenix e.V. Maike Wagenaar fand am 5. Oktober 2015 im Schwurgerichtssaal des Landgerichts statt, das als offener und kompetenter Kooperationspartner für das gesamte Projekt zur Seite stand. Die Akkordeonspielerin Waltraut Albrecht-Uden sorgte für den musikalischen Rahmen und bot dem Publikum u.a. ihre Interpretation des Ungarischen Tanzes von Johannes Brahms dar. Zudem führte die KOBRA-Koordinatorin in die KOK-Wanderausstellung und das Rahmenprogramm ein. Zu den Gästen zählten beispielsweise Richter_innen sowie Vertreter_innen der Polizei und verschiedener Fachberatungsstellen. Nach dem feierlichen Auftakt kamen die Gäste bei Saft und Snacks miteinander ins Gespräch. 

In den Folgetagen bot KOBRA zur Ausstellungspräsentation ein Begleitprogramm an. In Kooperation mit dem Kommunalen Kino Hannover fand am 6. Oktober eine Vorführung des Films TRADE mit anschließendem Publikumsgespräch statt. Die Anwesenden befragten die beiden KOBRA-Mitarbeiterinnen zu einzelnen Aspekten des Films, der in Mexiko und den U.S.A. spielte, und die Übertragbarkeit auf den Umgang mit Menschenhandel in Deutschland. Auch die grundsätzliche Arbeitsweise des Projekts KOBRA und seine Unterstützungsstrukturen wurden thematisiert.

Am 13. Oktober fand schließlich die Fachtagung "Opferschutz und Opferrechte für Betroffene von Menschenhandel" in einem Sitzungssaal des Landgerichts Hannover statt. An der Tagung nahmen rund 50 Vertreter_innen aus verschiedenen Bereichen wie beispielsweise der Justiz, Polizei, Verwaltung und Sozialen Arbeit teil. Auch noch in der Ausbildung befindliche Teilnehmende nahmen die Gelegenheit wahr und verschafften sich einen Überblick zur Thematik.  

Nach Grußworten des Präsidenten des Landgerichts Hannover Dr. Ralph Guise-Rübe, der Referentin Karin Steinbach aus dem niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und des Vorstandsmitgliedes des Phoenix e.V. Maike Wagenaar führte die Koordinatorin von KOBRA in die Arbeit des Projekts sowie die Fachtagung ein. Es folgten verschiedene Impulsreferate, die sich mit dem Opferschutz für Betroffene von Menschenhandel in Niedersachsen, dem Themenkomplex Opferentschädigung sowie dem operativen Opferschutz auseinandersetzten. Nachfolgend erhielten die Teilnehmenden jeweils die Möglichkeit für Rückfragen an die Referent_innen sowie für persönliche Anmerkungen.

Schließlich fand im für das Publikum geöffneten Podiumsgespräch, das von dem Vorstandsmitglied Eva Müller-Beuße moderiert wurde, ein Austausch über verschiedene Aspekte wie aktuelle Entwicklungen und (Heraus-)Forderungen hinsichtlich der Verbesserung des Opferschutzes statt. Über mögliche Strategien zur Verbesserung der Situation von Betroffenen diskutierten mit einer KOBRA-Mitarbeiterin jeweils ein/e Vertreter_in der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen, Politik, Polizei, Anwaltschaft sowie eine Dozentin der Sozialen Arbeit, wobei die Vertreterin aus der Politik zugleich als stellvertretende Vorsitzende des Landesfrauenrats Niedersachsen frauenpolitische Akzente setzte.

Das Ausstellungsprojekt mit Rahmenprogramm wurde freundlich unterstützt von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt, der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen, dem Referat für Frauen und Gleichstellung der Landeshauptstadt Hannover, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. sowie der NORD/LB.