PHOENIX
1999 Der Trägerverein
Phoenix unterhält
die drei Projekte Phoenix,
La Strada und KOBRA.
Rückblick auf die Vereinsgeschichte:
1987 / 88
Im August 1987 finden sich ehemalige Prostituierte
und engagierte Personen aus unterschiedlichen Berufsgruppen
zusammen. Sie wollen Prostituierten bei ihren
Problemen, insbesondere im Hinblick auf AIDS, Hilfestellung leisten. Außerdem
soll der gesellschaftlichen Diskriminierung Prostituierter entgegen gewirkt
werden. Der Verein Phoenix wird 1988 gegründet.
1989
Anerkennung des Vereins Phoenix als
gemeinnützig und Eintragung in
das Vereinsregister. Der Vorstand umfaßt fünf ehrenamtliche
Mitglieder.
Mit Fördermitteln des Bundesmodells „Frauen und
AIDS“ wird
die „Beratungsstelle
für weibliche und männliche Prostituierte“ eingerichtet
und im Juni offiziell eröffnet. Phoenix
e. V. ist die erste und einzige
Nichtregierungsorganisation für
Prostituierte in Niedersachsen. Zwei Sozialpädagoginnen und eine
Verwaltungskraft arbeiten in der Beratungsstelle.
Im Dezember kann mit zusätzlichen Landesmitteln eine Übergangswohnung
für ausstiegsinteressierte Frauen eingerichtet werden. Für die
Betreuung dieser Frauen wird eine Sozialpädagogin über ABM-Mittel
eingestellt.
Das Beratungsangebot richtet sich an jugendliche, drogenabhängige,
deutsche und ausländische Prostituierte sowie an Freier.
Die Arbeit
umfaßt AIDS-Prävention, gesundheitliche Aufklärung,
psychosoziale Beratung, Betreuung und Begleitung sowie konkrete lebenspraktische
Hilfen.
Im Rahmen der aufsuchenden Präventionsarbeit werden Kontakte zu den Prostituierten
auf der Straße, in Clubs, Bars und Bordellen geknüpft.
1990
Aufnahme des Vereins Phoenix als korporatives Mitglied
in die Arbeiterwohlfahrt, Hannover.
1991
Das Bundesmodell „Frauen und AIDS“ läuft Ende des Jahres
aus. Durch Finanzierung aus AIDS - Mitteln des Landes Niedersachsen kann die
Arbeit von Phoenix e. V. fortgeführt werden.
1993
Die besonderen Probleme der drogenabhängigen Mädchen und Frauen
machen es notwendig ein spezielles Angebot einzurichten. Das Projekt La
Strada wird mit vier Sozialpädagoginnen und einer Verwaltungskraft in Teilzeit
eröffnet. Finanziert wird die Anlauf- und Beratungsstelle durch das Niedersächsische
Frauenministerium und die Landeshauptstadt Hannover.
Zielsetzung ist es, den drogenabhängigen Mädchen und
Frauen, die der Beschaffungsprostitution nachgehen, einen männerfreien
Schutzraum zu bieten, in dem sie in ihrer derzeitigen Lebenssituation
unterstützt werden. Die niedrigschwelligen Angebote, wie Spritzentausch,
Wund- und hygienische Grundversorgung werden ebenso von den Klientinnen
in
Anspruch genommen
wie die Einzelberatung,
die psychosoziale Betreuung im Rahmen der Methadonsubstitution
und die Therapievermittlung.
Kontaktaufnahme erfolgt in der Anlaufstelle
und durch aufsuchende Sozialarbeit auf dem Straßenstrich.
1994
Der Verein reagiert auf die steigende Zahl der osteuropäischen Prostituierten
nach Grenzöffnung mit der Einrichtung eines speziellen Angebotes für
diesen Personenkreis. Dem Projekt
Phoenix wird der Schwerpunkt Osteuropa angegliedert.
Eine Mitarbeiterin wird eingestellt, die die osteuropäischen Sprachen beherrscht
und die Mentalität und Kultur der betroffenen Frauen
kennt.
1995
Für das Projekt La Strada kann durch Drittmittelfinanzierung ein Bus
für die nächtliche aufsuchende Arbeit auf dem Straßenstrich gekauft
werden. Er bietet eine zusätzliche Anlaufstelle zum Spritzentausch, Ausruhen
und für Gespräche.
1996
Aufgrund des vermehrten Beratungsbedarfs von osteuropäischen
Prostituierten im Projekt Phoenix, Schwerpunkt
Osteuropa, wird eine zusätzliche Mitarbeiterin
in Teilzeit eingestellt.
1997
Im Projekt Phoenix , Schwerpunkt
Osteuropa,
steigt die Zahl der zur Prostitution gezwungenen Frauen stetig an. Für diese
Frauen richtete Phoenix e. V. im September des
Jahres die Koordinierungs- und Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel KOBRA ein.
Finanziert wird das Projekt durch das Niedersächsische Frauenministerium.
KOBRA bietet den Opfern
von Menschenhandel psychosoziale Betreuung, Beratung in
der Muttersprache, Unterstützung und Prozessbegleitung
bei Gerichtsverhandlungen gegen Menschenhändler
sowie Hilfe bei der Rückreise in die Heimatländer.
Ein weiterer wichtiger Bereich KOBRAs ist
die nationale und
internationale Vernetzung mit Nichtregierungsorganisationen.
Zudem führt KOBRA Fortbildungen
und Schulungen für Institutionen und Behörden,
die mit dem Thema Menschenhandel befasst sind, durch.
Das
Projekt KOBRA beginnt
seine Arbeit mit einer Juristin, einer Sozialpädagogin
und einer Verwaltungskraft in Teilzeit.
Im Projekt Phoenix wird wegen der entspanntenSituazion auf dem Wohnungsmarkt
wird
die Übergangswohnung nicht mehr benötigt und daher aufgelöst.
1998
Gründung des PHOENIX – Fördervereins.
1999
Aufgrund des erhöhten Beratungsbedarfes der Opfer
von Menschenhandel wird Anfang des Jahres eine zusätzliche
Sozialpädagogin in Teilzeit für
das Projekt KOBRA eingestellt.
Zusätzliche
Zuwendungen der Landeshauptstadt Hannover machen dem Projekt
Phoenix eine Erweiterung der aufsuchenden
Sozialarbeit an den Orten, wo Sexarbeit angeboten
wird, möglich.
2002
Um den steigenden Beratungszahlen gerecht
zu werden und das Angebot muttersprachlicher
Beratung zu erweitern,
stellt
KOBRA eine spanisch
sprechende Sozialpädagogin in Teilzeit
ein.
Die Geschichte des Vereins Phoenix dokumentiert
die Vielschichtigkeit der Prostitution
und die daraus
resultierende Notwendigkeit
der zielgruppenorientierten Angebote.
Die Aufklärung zu den Themen Prostitution, HIV / AIDS, Drogenkonsum
und Menschenhandel sind weiterhin die Grundlagen von Phoenix
e. V..
top 