Besondere Aufgabe für KOBRA
Seit Reformierung der Menschenhandelstatbestände im Strafgesetzbuch im Jahr 2005 wird neben der sexuellen Ausbeutung nun auch unter „Menschenhandel“ verstanden, wer eine Person unter Ausnutzung seiner Zwangslage oder auslandsspezifischen Hilflosigkeit zu sehr krassen Arbeitsbedingungen beschäftigt.
KOBRA betreut und begleitet seit 1997 weibliche Opfer ausbeuterischer Arbeitsverhältnisse. Die Betroffenen werden z.B. als Au Pair -Mädchen, Haushalts- sowie Pflegehilfe unter Ausnutzung ihrer persönlichen Lage dazu gebracht, für kein oder geringes Entgelt ohne geregelte Arbeitszeiten tätig zu sein.
KOBRA wirkt darauf hin, dass auch diese Betroffenen eine adäquate Unterstützung und einen umfassenden Schutz erhalten. Dies erfordert eine umfassende Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit.
Veränderung unserer
Tätigkeit nach Erweiterung der Europäischen Union
Diejenigen Staaten, die am 1. Mai 2004 der Europäischen Union und am 1. Januar 2007 beitraten, sind bis auf Malta und Zypern, Herkunftsländer der Opfer von Menschenhandel.
Die Polizei berichtet von Schwierigkeiten, Menschenhandelsopfer aus den neuen EU-Ländern identifizieren zu können, da sie, wenn auch eingeschränkt, als EU-BürgerInnen das Recht haben, nach Deutschland einzureisen und sich hier legal aufzuhalten. Die Illegalität der Betroffenen war allerdings in der Vergangenheit für die Polizei ein Ansatzpunkt, Betroffene zu erkennen und sie an KOBRA zu vermitteln.
Die Folge ist, dass die Betroffenen nunmehr unerkannt bleiben und keine Möglichkeit erhalten, sich aus ihrer Zwangslage zu befreien.
KOBRA sucht daher mit den KooperationspartnerInnen nach innovativen Ansätzen, um Zugang zu den Opfern aus den EU-Beitrittsstaaten zu erhalten. Im Jahr 2005 hat KOBRA zu dieser Problematik die Fachtagung „Menschenhandel in Polen und Deutschland – grenzüberschreitende Kooperationen im Bereich der Strafverfolgung des Opferschutzes ausbauen und fördern“ mit VertreterInnen der Polizei, Justiz und Fachberatungsstellen aus beiden Ländern in Slubice (Polen) veranstaltet.
Die Dokumentation finden Sie in unserem Archiv.
Ein entscheidender Ansatz, Betroffenen zu helfen, ist die aufsuchende Arbeit (Streetwork). Die Haushaltsmittel sehen keine Finanzierung dieser Tätigkeit vor. Wir sind daher auf Ihre Spende angewiesen. Helfen Sie den Betroffenen, sich aus ihrer Zwangslage befreien zu können und unterstützen Sie unsere Arbeit. Jede Spende hilft..
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